" " Leader Interview mit Vincenzo Montinaro | MS Direct

Corinna von MS Direct | 8 Min. Lesezeit | Zeichen: 6400

Seit März ist Ex-Cilander-Chef Vincenzo Montinaro Managing Director und Mitglied der Geschäftsleitung der MS-Direct-Gruppe in St.Gallen. Just in der Zeit, in der die Schweiz wegen dem Coronavirus die grösste Krise seit dem 2. Weltkrieg erlebt. Im Gespräch erklärt Montinaro, was die grössten Herausforderungen für MS Direct sind und wie er die Auswirkungen der aktuellen Situation für die Branche einschätzt.

Vincenzo Montinaro, hätten Sie den Job auch angenommen, wenn Sie gewusst hätten, in welche Zeit Ihr Start fällt?

Ja! Bei einer neuen Herausforderung geht es doch genau darum, sich einer neuen Challenge zu stellen. Darüber hinaus zeigt eine solche aussergewöhnliche Lage auch, ob die strategischen Weichen richtig gestellt sind, aus welchem Holz ein Unternehmen geschnitzt ist, wie gut die Führungsebene funktioniert, wie loyal die Mitarbeiter sind und ob der Zusammenhalt auch in schwierigen Situationen besteht. Genau das durfte ich bisher bei der MS Direct erleben.

 

Wie hilft Ihnen Ihre Führungserfahrung gerade auch im Krisenmanagement derzeit in Ihrer neuen Aufgabe?

Die aktuelle Situation ist nur schon deshalb aussergewöhnlich, weil sie uns geschäftlich wie auch privat betrifft. Hier hilft mir meine Erfahrung sehr. Speziell in der Krise sind eine

konsequente Führung und eine klare Kommunikation entscheidend

– die aber immer auch den Menschen ins Zentrum stellt. Eine

ruhige, entschlossene und gleichzeitig respektvolle Führung ist

jetzt besonders wichtig. Jede Führungskraft muss als Vorbild

auftreten. Zwischen Motivation und Demotivation, Hoffnung

und Verzweiflung ist ein schmaler Grat. Unbedachte Worte oder

unbedachtes Verhalten sind dann kontraproduktiv.

 

Was sind Ihre Hauptaufgaben?

Ich verantworte die neu geschaffene Business Unit Fulfillment

Solutions, also den gesamten physischen und IT-basierten

E-Commerce-Prozess. Dazu gehören alle Logistik-Standorte in der

Schweiz und in Lauterach (AT), wo wir die Kunden-Auslieferungen

sowie die Kunden-Retouren von Online-Bestellungen bearbeiten.

Für unsere internationale Kundschaft übernehmen wir zudem die

Zoll-Abwicklung für Ein- und Ausfuhren. Und last, but not least

entwickeln wir Software- und ERP-Lösungen für den gesamten E-Commerce Prozess.

 

Und was sind in der aktuellen Coronakrise die grössten Herausforderungen?

Zum einem die Gesundheit all unserer Mitarbeitenden sicherzustellen und andererseits die Business-Continuity zu gewährleisten. Beides ist uns bisher sehr gut gelungen und hat erste Priorität vor dem aktuellen Hintergrund.

 

Wie werden die Massnahmen des Bundesrats bezüglich Hygiene und Social Distancing bei der MS-Direct-Gruppe umgesetzt?

Sehr strikt. Bereits Mitte Februar haben wir unser Pandemie-Konzept mit vier Eskalationsstufen umgesetzt und die Massnahmen des Bundes übernommen. Die Führungsebene informiert sich seither täglich über die neuesten Entwicklungen und entscheidet über Massnahmen.

 

Wie löst MS Direct die Situation mit älteren Mitarbeitern, die zur Risikogruppe gezählt werden?

Wir haben frühzeitig angefangen, ein Register mit allen Personen, die zu den Risikogruppen zählen, zu führen. Dies betrifft ja nicht nur Ältere, sondern auch solche mit Vorerkrankungen etc. Selbstredend erhalten diese Mitarbeiter den grösstmöglichen Schutz: Wo immer möglich arbeiten sie im Homeoffice oder werden komplett von ihrer Arbeit entbunden. Die Lohnfortzahlung ist in beiden Fällen gewährleistet.

 

Viele Unternehmen haben Kurzarbeit angemeldet, weil ihre Aufträge eingebrochen sind. Wie sieht das bei MS Direct aus?

Durch die starke Diversifikation unserer Dienstleistungen stellen wir aktuell primär eine Verlagerung fest: Im Customer-Service steigt das Volumen an Kundenanfragen rasant an. Demgegenüber haben die Outbound-Kampagnen verständlicherweise keine Priorität. Im Fulfillment zeigt sich noch kein klares Bild. Alles in allem stellen wir derzeit eher eine gewisse Zurückhaltung, aber keinen Einbruch, fest.

 

MS Direct wickelt unter anderem den Versand oder Rückversand für Grosskunden ab wie Zalando oder Betty Bossi. Hat das Volumen infolge der Coronakrise zugenommen?

Nach dem Konsumschock zu Beginn der Krise zieht das Online-Geschäft zunehmend an. Solange der Lockdown anhält, stellt der Online-Kanal für viele Branchen der einzige noch funktionierende Vertriebsweg dar. So suchen Amazon oder Digitec bereits händeringend neue Logistikfachkräfte. Wir verfolgen auch die Erfahrungen aus anderen Ländern, die vor uns von der Krise betroffen waren, und die Zeichen deuten auf ein starkes Wachstum im Onlinehandel.

 

Diverse Geschäfte im Detailhandel stellen auf Onlineversand um. Bekommt MS Direct viele neue Anfragen?

Deshalb haben wir neu «ShipDirect» lanciert. Diese Dienstleistung soll es vor allem auch Start-ups und KMU ermöglichen, innert kürzester Zeit ihren Webshop mit unseren Fulfillment-Dienstleistungen verknüpfen zu können, um so schnell und unkompliziert vom Onlinehandel zu profitieren. Der stationäre Handel sollte ebenfalls nicht vergessen werden. Es wird auch eine Zeit nach Corona geben, auch dafür bereiten wir uns vor. Themen wie Multichannel, DropShipping oder Click&Reserve treiben wir konsequent voran. Am Ende der Krise werden wir viel mehr Firmen sehen, die hybrid aufgestellt sind.

 

Ist der Online-Versandhandel also ein «Gewinner» der Coronakrise?

Ja, stellt er für viele Konsumenten doch der einzige noch funktionierende Kanal dar. Immer mehr Kunden werden diese bequeme Einkaufsmöglichkeit schätzen lernen. So wird wohl ein gewisses Umdenken stattfinden und sich das Kaufverhalten nachhaltig Richtung Onlinehandel verändern.

 

Zum Schluss: Wie schätzen Sie die Auswirkungen der Coronakrise auf die Wirtschaft in der Ostschweiz ein?

Die unmittelbaren Auswirkungen waren auch in der Ostschweiz insbesondere im Detailhandel, der Gastronomie und dem Tourismus rasch und massiv spürbar. Seit dem totalen Lockdown in Italien und Frankreich wirkt der Stillstand sukzessive in die Industrie und den Handel hinein. Der Bundesrat hat zwar rasch, massiv und mit Augenmass reagiert. Jetzt ist aber alles daran zu setzen, den Ramp-up von Wirtschaft und Gesellschaft schrittweise an die Hand zu nehmen!

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